Therapeutisches Klettern in der Sonderpädagogik
Klettern - Erleben - Lernen: Klettern lässt sich im Bereich der Sonderpädagogik vielseitig umsetzen. Miteinander werden Schritt für Schritt die Kletterbewegung, die Klettertechnik sowie Sicherungsmaßnahmen erlernt. Zusammen wird Griff für Griff entdeckt, Höhe gewonnen, Vertrauen gebildet, Freude geschenkt.
Entwicklungsphysiologisch liegt der Bewegung in der Vertikalen ein hoher Selbst- Antrieb des Kletternden zu Grunde. Dem Streben, neue "Horizonte" zu erreichen, Übersicht zu erlangen, unbekannte Bewegungsabläufe kennen zu lernen, wird an der Kletterwand Raum verschafft. Durch unendliche Vielfalt an Bewegungsabläufen (kontra gehen) und unterschiedlichsten Zielsetzungen kann für jeden Einzelnen Klettern erfahrbar werden.
Neurophysiologisch ergeben sich durch die komplexen Bewegungsabfolgen völlig neuartige Verschaltungen der Hirnareale. Motorik in ständiger Wechselwirkung mit Sensorik fördert kognitive Prozesse. Die Kletternde spürt die Wirkung der Schwerkraft, erfährt die eigenen Grenzen, trainiert Koordination, Kraft, Kondition, etc. in einem spielerischen Rahmen. Durch die Wechselwirkung in der Gruppe oder zwischen den Seilpartnern bildet sich Vertrauen, Rücksicht, soziale Kompetenz. Die Personen erkennen ihre eigenen körperlichen und psychischen Fähigkeiten. Sie lernen auf andere zu vertrauen und Verantwortung für die Nächsten zu übernehmen.
